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Anhydrit, also wasserfreies Calciumsulfat, wird in Deutschland bei der
Herstellung und Verlegung von Estrichen schon seit 80 Jahren
verwendet. Nach 1945 setzte ein Entwicklungsschub ein, der bis heute
anhält. Mitentscheidend dafür war der technische Fortschritt: Seit
Anfang der 70er Jahre kann Fließestrich auf Basis synthetischen
Anhydrits hergestellt werden. Die Entwicklung in den beiden deutschen
Staaten verlief sehr unterschiedlich: In der DDR dominierte der
Anhydrit-Fließestrich den Markt mit 90 bis 95 Prozent im industriellen
Wohnungsneubau und 80 bis 85 Prozent im Nicht-Wohnbau im Jahr 1989. In
der alten Bundesrepublik hingegen lag im gleichen Jahr der Marktanteil
der konventionellen Anhydritestriche bei 6 Prozent, der Fließestrich
sogar nur bei 3 Prozent. Doch seit der Vereinigung ist eine deutliche
Trendwende zu beobachten. Dafür gibt es drei Gründe: Erstens ist die
Rohstoffsituation günstig. Vom Naturanhydrit bis zum REA-Gips verfügt
der Markt über eine gesicherte Grundlage zur Herstellung von
CaIciumsulfat-Fließestrichen. Zweitens bewirkt die technische
Entwicklung heute hohe Förderleistungen über große Förderweiten. Die
Aufbereitungs- und Fördertechnik hat sich revolutionär entwickelt.
Dadurch kommen die stoffliche Vorteile zur Geltung. Und drittens sind
Produktsicherheit und Know-how der Hersteller spürbar gestiegen.
Trotzdem bleiben Caldumsulfat-Fließestriche Spezialprodukte, die in
die Hände erfahrener Estrichleger gehören.
Die Marktentwicklung der vergangenen Jahre brachte eine Steigerung um
ca. 300 Prozent. 1996 wurden in Deutschland immerhin fast 30 Millionen
m² eingebaut. Es ist zu erwarten, dass die Akzeptanz bei Bauherren und
Architekten weiter steigt - weil die bekannten stofflichen und
wirtschaftlichen Vorteile ganz einfach starke Argumente sind. Auch die
Betonindustrie hat den Caldumsulfat-Fließestrich als neues
Betätigungsfeld entdeckt. |
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