Horst Eiskirch

Zementestrich oder Calciumsulfat-Fließestrich?
 
   
 

Die Vätergeneration unserer heutigen Estrichleger hatte es wohl etwas leichter. Denn in der Regel standen nur zwei Bindemittelarten zur Verfügung:

Anhydritestrich für größere Flächen und Zementestrich für alles andere. Doch die Zeiten haben sich gewandelt, bei fast allen Bauteilen und Gewerken. Und auch der Estrichleger passte sich dieser Entwicklung an. Er schenkte nach und nach dem Fließestrich immer mehr Beachtung. Heute hat fast jede Estrichfirma entweder überwiegend oder gelegentlich Fließestrich verlegt. Dabei wurde vielen Estrichlegern plötzlich klar: Welchen Estrich sie verlegten, hing nicht nur von der Beschaffenheit des Materials, sondern auch von wirtschaftlichen und organisatorischen Fragen ab. Mancher war dabei überfordert. Dennoch hat sich trotz Blessuren eine sehr große Zahl von Betrieben für den Fließestrich qualifiziert und die Auftraggeber mit ihrer inzwischen erworbenen Erfahrung und ihrem Fachwissen beeindruckt - eine Anerkennung, auf die der Estrichleger früher vergeblich warten musste.

Das Stadium der gebückten Haltung kann er damit getrost verlassen. Früher waren Aufschüsselungen an Rändern und Fugen oder raue Oberflächen durch zu frühe Belastung an der Tagesordnung. Für die Sanierungskosten wurde oft der Estrichbetrieb verantwortlich gemacht. Einen großen -Teil dieser Probleme hat der Fließestrich gelöst. Auch die Ausbildung der Mitarbeiter trägt den gestiegenen Anforderungen Rechnung:

 
   
 

Mit weniger Körpereinsatz und mehr Geschicklichkeit kann der Estrichleger sein Fachwissen in der Praxis anwenden. So haben auch heute Fließestrich und Zementestrich ihren Platz gefunden. Dass der Calciumsulfat-Fließestrich dabei auch in traditionelle Bereiche wie Wohnung oder Büroflächen eingedrungen ist, ist nur natürlich und kein Grund zur Klage. Viele Bereiche des Estrichbedarfs bleiben ja nach wie vor dem sorgfältig hergestellten und verarbeiteten Zementestrich vorbehalten.

   
 

zurück zum Menue