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Das ABC
haben wir alle in der Schule gelernt. Das ABC des Estrichs hingegen
kommt nicht immer so leicht über die Lippen. Oft kennt man zwar einen
Begriff, aber man weiß nicht hundertprozentig genau, was er bedeutet.
Oder umgekehrt: Man sucht das richtige Wort für einen ganz bestimmten
Vorgang. Mit diesen Problemen räumt das Calciumbo-Estrich-ABC auf: Das
Fließestrich-Maskottchen führt Sie durch Begriffe aus dem
Estrich-Vokabular – von A bis Z.
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Abbindezeit Bindemittel
Siehe Erstarrungsbeginn.Absetzen
Siehe Bluten
Siehe Entmischen
Andickverhalten
Maß für die Konsistenzänderung des Estrichmörtels in Abhängigkeit
von der Zeit in mm/min.
Produktspezifisch werden mehrere Gefäße definierten Volumens (z.B.
Vicat-Ringe oder Fließmaßdosen) gefüllt. Nach Bestimmung des
Fließmaßes unmittelbar nach Befüllung der Gefäße werden zu
verschiedenen Zeitpunkten weitere Fließmaße bestimmt.
Die Neigung der Ausgleichsgeraden der Fließmaße in Abhängigkeit von
der Zeit gerechnet ab Füllbeginn der mindestens vier Gefäße beschreibt
das Andickverhalten.
Aufbrennen
Qualitative Bezeichnung für starkes Absaugen von Anmachwasser aus
dem Estrich durch den Untergrund.
In der Regel nur bei Verbundestrich von Bedeutung. Es macht sich
bemerkbar durch schlechte Fließfähigkeit des Estrichmörtels.
Aufbrennen kann zu Störungen der Verbundfestigkeit, Rißbildung sowie
Unebenheiten der Estrichoberfläche führen.
Aufheizbeginn
Produktspezifisch empfohlener frühester Zeitpunkt, ab dem die
Aufheizphase nach Herstellung eines Heizestrichs ohne Beeinträchtigung
der Estricheigenschaften beginnen kann. Angabe in Tagen (d).
Ausbreitmaß
Maß für die Konsistenz eines Mörtels.
Die Bestimmung des Ausbreitmaßes erfolgt nach EN 459-2,
Abschnitt 5.5.1.4.
Ausgleichsfeuchte
siehe Praktischer Feuchtegehalt.
Austrocknung
Verdunstung des Anmachwassers, das nicht chemisch gebunden wird,
bis zur --> Restfeuchte.
Austrocknungszeit
Zeitdauer in Tagen (d) von der Herstellung bis zu einem
definierten Gehalt an --> Restfeuchte. |
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Baustellenestrich
(siehe Definition DIN 18560-1, Abschnitt 2.9)
Begehbarkeit, früheste
Zeitdauer in Stunden (h) oder Tagen (d) von der Herstellung bis zu
dem Zeitpunkt, an dem der Estrich ohne Beschädigung durch Personen mit
normalem Schuhwerk zur Einleitung von Nachbehandlungsmaßnahmen (z.B.
Öffnen der Fenster) begangen werden kann.
Belastbarkeit, früheste
Zeitdauer in Stunden (h) oder Tagen (d) von der Herstellung bis zu
dem Zeitpunkt, von der an auf der Estrichfläche weitere Ausbauarbeiten
vorgenommen werden können, ohne daß der Estrich beschädigt wird. Eine
Belastung des Estrichs durch kleinere Baugeräte (z.B. Kreissägen) oder
Leitern ist zu diesem Zeitpunkt bereits möglich.
Die weitere --> Austrocknung muß gewährleistet sein. Deshalb ist eine
Materiallagerung auf der Estrichfläche noch nicht zulässig.
Belegereife
Gehalt an --> Restfeuchte in Masse-%, bei dessen Unterschreitung
die Estrichoberfläche ohne Gefahr der (langfristigen) Beschädigung von
Estrich und Belag / Beschichtung endbehandelt werden kann.
Die maximal zulässige --> Restfeuchte ist von der
Diffusionsdichtigkeit des Belages / der Beschichtung auf der
Estrichfläche abhängig.
Belegbarkeit
Die Belegbarkeit sagt aus, daß der Estrich belegt oder beschichtet
werden kann, ohne daß hierdurch ein Schaden an der
Fußbodenkonstruktion zu erwarten ist. Hierfür muß der Estrich
ausreichend trocken und die Oberfläche ausreichend eben (nach
DIN 18202) und fest sein.
Bindemittel
Das Bindemittel ist der Hauptbestandteil (³
85 % Calciumsulfat) der Wirkstoffe (abbindenden Stoffe) eines
Mörtels, z.B. Anhydrit, Halbhydrat. Es kann Zusatzstoffe und/oder
Zusatzmittel, z.B. Fließmittel, enthalten.
Bindemittel-Compound
Ein Bindemittel ist ein Bindemittelgemisch, das zusätzlich
Zusatzstoffe, z.B. Füller, Puzzolane enthalten kann. Das Compound hat
einen Calciumsulfatanteil von 50 % bis 85 %.
Blasenbildung
Siehe Pustelbildung
Bluten
Sedimentation des Bindemittelleims bzw. des Frischmörtels vor dem
Erstarren. Feststoffteile sinken ab, das verdrängte Anmachwasser
steigt auf.
Für das Bluten eines Estrichs sind - außer dem Bindemittel - Zusätze,
verwendeter Zuschlag, aber auch der Bauablauf (z.B. --> Überwässern,
Einbaudicke) von Bedeutung. |
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Entmischen
Beim Mischen wird eine homogene Verteilung von Bindemitteln,
Zusätzen, Zuschlag und Wasser angestrebt. Entmischen bezeichnet
demgegenüber die Aufhebung der homogenen Verteilung der gemischten
Stoffe als Oberbegriff.
Entmischen führt in aller Regel zu Einbußen bei den
Estricheigenschaften. Bedingt durch --> Überwässern oder bei
ungeeigneter Mischungszusammensetzung kann Entmischen auftreten.
Erdfeuchter Estrichmörtel
Ein erdfeuchter Estrichmörtel ist ein Mörtel mit steifplastischer
Konsistenz. Zur Herstellung einer ebenen Estrichoberfläche ist der
Mörtel mit entsprechendem Werkzeug zu verdichten und abzuziehen.
Erstarrungsbeginn
Zeitspanne in Minuten zwischen Wasserzugabe und Beginn des
Erstarrens. Der Beginn des Erstarrens wird in Anlehnung an
DIN EN 196-3 geprüft.
Der Erstarrungsbeginn ist eine bindemittelspezifische Eigenschaft, die
Prüfung dient der Qualitätskontrolle /-sicherung des Bindemittels.
Für die Baustellenpraxis ist die Angabe ohne besondere Bedeutung, da
durch Zuschlag, Zusätze, Eigenschaften des örtlichen Wassers, Raum-,
Bauteil- und Wassertemperatur und weitere Einflüsse der Estrich andere
Erstarrungs-/Erhärtungscharakteristika aufweist als das Bindemittel
alleine.
In der Praxis wird der Erstarrungsbeginn auch als Abbindezeit des
Bindemittels bezeichnet. |
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Festmörtel
Ein Festmörtel ist ein abgebundener Mörtel, an dem Festigkeiten
ermittelbar sind.
Fließestrich
Baustellenestrich, der durch Zugabe eines Fließmitttels ohne
nennenswerte Verteilung und Verdichtung eingebracht werden kann, wird
als Fließestrich bezeichnet.
Fließmaß
Das Fließmaß ist der Durchmesser eines auseinanderfließenden
Mörtels in mm oder cm. Zur Bestimmung des Fließmaßes wird auf einer
sauberen, trockenen, ebenen, horizontalen, nichtsaugfähigen Fläche ein
produktspezifisch definiertes Behältnis (Vicat-Ring,
Hägermann-Trichter, Fließmaßdose) gesetzt und mit --> Frischmörtel
gefüllt. Nach Anheben des Behältnisses fließt der Mörtel (ohne
Schocken, ohne Vibration) auseinander. Hierbei darf kein
Wasserabsondern und kein Entmischen auftreten. Das Fließmaß des
Mörtels wird in zwei zueinander senkrecht stehenden Richtungen
gemessen.
Überlicherweise wird das Fließmaß unmittelbar nach Misch- bzw.
Förderende bestimmt, es kann aber auch zur Bestimmung des -->
Andickverhaltens angewendet werden.
Frischmörtel
Siehe Baustellenestrich.
Fugen
Eine Fuge ist eine gewollte Trennung im Estrich oder zwischen
Estrich und anderen Bauteilen.
(Scheinfugen, Randfugen, Bewegungsfugen: siehe DIN 18560 Teil 1) |
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Hydratationsgrad
Der Hydratationsgrad gibt an, wie viel Dihydrat ein
Fließestrichmörtel enthält. Er errechnet sich aus:
Hydratationsgrad in % = Anteil Kristallwasser (%) . 4,778.
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Kristallwasser
Das Kristallwasser ist Wasser, das im Kristallgitter des Gipses
eingebaut ist.
Dihydrat enthält je CaSO4-Molekül 2 Moleküle, Halbhydrat
½ Moleküle Kristallwasser. Anhydrit ist kristallwasserfrei. Das
Kristallwasser wird bestimmt, indem die trockene Gipsprobe bei ca.
360 °C bis zur Gewichtskonstanz gebrannt wird. Der Gehalt an
Kristallwasser errechnet sich aus:
| Kristallwasser in % =
100 . 100 . |
Gewicht
gebrannte Probe
Gewicht ungebrannte Probe |
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Oberflächenqualität
Die Oberflächenqualität beschreibt die Festigkeit, Beklebbarkeit und
Ebenheit der Estrichoberfläche zur Aufnahme von Oberbelägen.
- Ebenheit nach DIN 18202
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Praktischer Feuchtegehalt
Nach DIN 4108 Teil 4, Anhang A, Fußnote 1, ist der praktische
Feuchtegehalt der Feuchtegehalt, der bei der Untersuchung genügend
ausgetrockneter Bauten, die zum dauernden Aufenthalt von Menschen
dienen, in 90 % aller Fälle nicht überschritten wird. Der so
definierte Wert wird für die Festlegung des Rechenwertes der
Wärmeleitfähigkeit benötigt. Bei Gips und Anhydrit ist er zu 2 V.-%
angegeben.
Für die Estrichpraxis (Beurteilung der Belegereife) ist dieser Begriff
deshalb nicht anwendbar.
Pustelbildung
Die Pustelbildung beschreibt die Entstehung von kleinen Erhebungen von
bis zu ca. 10 mm Durchmesser an der Estrichoberfläche, die durch
aufsteigende Luftblasen oder aufgeschwemmte Bestandteile insbesondere
über Heizrohren von Fußbodenheizungen entstehen. Die Pustelbildung
entsteht oft bei überwässerten Estrichen oder wenn Luft aus dem
Untergrund aufsteigen kann. |
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Quellen
Siehe Quellen, chemisch.
Siehe Quellen, physikalisch
Quellen, chemisch
Das Quellen ist das Ausdehnen des Estrichs infolge des
Erhärtungsprozesses (Abbindequellen). Der Quellwert wird in mm/m
angegeben.
Quellen, physikalisch
Ausdehnen des Estrichs infolge Wasseraufnahme. Der Quellwert wird in
mm/m angegeben. |
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Restfeuchte
Restfeuchte ist der Wassergehalt einer Estrichprobe, der nicht
kristallin gebunden ist. Er wird durch Trocknen bei 40 °C bis auf
Gewichtskonstanz bestimmt und errechnet sich aus:
| Restfeuchte in % = 100
- 100 . |
Gewicht trockene
Probe
Gewicht feuchte Probe |
Auf der Baustelle wird zur schnelleren Bestimmung
der Restfeuchte das CM-Gerät verwendet.
Risse
Risse entstehen in einem Estrich infolge zu hoher Zug- und
Biegezugspannungen. Gründe hierfür sind Form- und Volumenänderungen,
Überbelastungen und Zwängungen. Für den Estrich von Bedeutung sind
Schrumpf- und Schwindrisse. |
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Saugverhalten
Kapillare Aufnahmefähigkeit des Estrichs über die Oberfläche für
niedrigviskose Flüssigkeiten, insbesondere Grundierungen.
Schlämmeverlauf
Siehe Wasserabstoßen.
Schrumpfen
Das Schrumpfen ist eine Volumenverringerung infolge des
Erhärtungsprozesses. Sie wird üblicherweise linear gemessen und in
mm/m angegeben.
Schüsseln
Durch unterschiedliches Austrocknen und Schwinden über die
Estrichdicke verursachte Aufwölbung des Estrichs im Randbereich,
verstärkt im Eckbereich. Das Schüsseln ist für Fließestriche auf CaSO4-Basis
in der Regel nicht von Bedeutung.
Schwabbelestrich
Siehe Fließestrich.
Schwinden
Das Schwinden ist eine Volumenverringerung infolge --> Austrocknens.
Es wird üblicherweise linear gemessen und in mm/m angegeben.
Baupraktisch ist das Schwinden abgeschlossen, wenn der Estrich nur
noch den --> Sorptionsfeuchtegehalt aufweist. Eine nachträgliche
Verringerung der Sorptionsfeuchte infolge Klimaänderung kann ein
weiteres Schwinden bewirken.
Zu berücksichtigen ist, daß Schwinden eine Volumenverringerung ist.
Bei plattigen Bauteilen, z.B. Estrichflächen, ist das Schwinden in
Dickenrichtung in der Regel ohne Bedeutung. In der Ebene tritt das
linear bestimmte Schwindmaß in jeder Richtung auf, also auch in der
Diagonalen.
Sorptionsfeuchte
Die Sorptionsfeuchte ist der Feuchtegehalt, der sich im Estrich in
Abhängigkeit von der relativen Luftfeuchte und Temperatur durch
Wasserabgabe oder -aufnahme einstellt und nicht kristallin gebunden
ist.
Angabe in Masse-%, bezogen auf den Zustand nach Trocknung bei 40 °C
bis zur Gewichtskonstanz. |
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Überwässern
Ein Fließestrich ist überwässert, wenn ihm beim Einbau mehr Wasser
zugegeben wird, als vorgesehen ist. Hinweise auf einen überwässerten
Estrich können geringe Festigkeiten insbesondere der Oberfläche,
Absinken des Zuschlagkornes und Pustelbildung an der Oberfläche sein.
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Verarbeitungskriterien
Umfassen aller Merkmale, die ein Fließestrich für ein ordnungsgemäßes
Einbringen erfüllen muß. Es sind dies im wesentlichen Mischbarkeit,
Pumpbarkeit, Fließfähigkeit und Verarbeitungszeit.
Verarbeitungszeit
Zeitspanne in (min) oder (h) zwischen Anmischen des Mörtels mit Wasser
und spätestmöglichem Zeitpunkt der Bearbeitung des --> Frischmörtels.
Verlegebedingungen
Umfassen alle Voraussetzungen auf der Baustelle, die für ein
ordnungsgemäßes Einbringen und Erhärten des Estrichs gemäß DIN 18560
erforderlich sind. |
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Wärmeausdehnungskoeffizient
Der Wärmeausdehnungskoeffizient bezeichnet die lineare Dehnung
e T bei Erwärmung um 1 K;
Bezeichnung a T: 1/K
Wasserabstoßen
Beim Vergießen des Fließestrichmörtels trennt sich Wasser vom Mörtel
ab, was ein Hinweis auf Überwässerung des Mörtels ist.
Werktrockenmörtel
(siehe DIN 18557) |
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