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Immer wieder hört man davon,
dass calciumsulfatgebundene Fließestriche zu lange trocknen müssen,
bis sie belegreif sind. Aus meiner zehnjährigen Erfahrung heraus kann
ich diese Meinung nicht nachvollziehen. Ich habe meinen Betrieb vor
zehn Jahren von Zementestrich auf Calciumsulfatestrich umgestellt und
seitdem rund 1,5 Millionen m² Fließestrich verlegt. Zugegeben: Anfangs
hatte ich auch Probleme mit der Austrocknung. Der Grund: Ich glich die
Unebenheiten der Rohdecke genauso aus wie bei konventionellem
Zementestrich, das heißt, mit konventionellem Estrichmörtel. Die
Folge: Estrichdicken von über 5 cm mit sehr langen
Austrocknungszeiten. Daraufhin fing ich an, die Rohdecke vorher
auszugleichen, um eine gleichmäßige Estrichdicke von 4 bis 5 cm zu
erreichen. Das Ergebnis: Bei normalen raumklimatischen Bedingungen
unterschieden sich die Austrocknungszeiten des Fließestrichs nicht von
denen der Zementestriche.
Wenn
das Raumklima nicht stimmt und die relative Luftfeuchte über 85 %
liegt, tut sich natürlich gar nichts mehr - aber das gilt auch für
zementgebundene Estriche. Um die Trocknung bei ungünstigen
bauklimatischen Verhältnissen zu verkürzen, setze ich seit einiger
Zeit Bautrockner ein. Ich habe sie getestet und damit sehr gute
Erfahrungen gemacht: Obwohl die Feuchtigkeit sehr hoch war (der
Innenputz war gerade fertiggestellt), erreichte der
Caiciumsulfatestrich die Belegreife schon nach 14 Tagen - ohne Schäden
am Estrich. Zusammenfassend sollte der Estrichleger zur Trocknung von
Calciumsulfatestrichen folgendes beachten:
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Die
Unebenheiten der Rohdecke vorher ausgleichen.
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Auf
gleichmäßige Estrichdicken achten, die 5 cm Dicke nicht
überschreiten sollten. Wenn größere Dicken verlangt werden, muss man
auf die längere Trocknungszeit hinweisen (auch bei
Zementestrichen!).
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Auf
gute bauklimatische Verhältnisse achten. Das heißt: Raumtemperaturen
zwischen 16 und 22 Grad, Luftfeuchtigkeit 55 bis 75%.
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Auf
sorgfältige Belüftung achten, um die Austrocknung zu beschleunigen.
Das heißt: Mindestens zweimal täglich die Fenster weit öffnen, für
Zugluft sorgen.
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Bei
ungünstigen bauklimatischen Bedingungen Bautrockner einsetzen. Dabei
muss der Baukörper geschlossen sein.
Wenn
sich Auftraggeber und Verarbeiter an diese Parameter halten, besteht
nach meiner langjährigen Erfahrung keine Gefahr - auch wenn immer
wieder in Kollegenkreisen "Horrormeldungen" über zu lange
Austrocknungszeiten verbreitet werden. Hier sollte man immer daran
denken:
Der Auftraggeber muss einen Unterboden nach den Ebenheitstoleranzen
nach DIN 18202 übergeben. Außerdem sollte er für die richtigen
bauklimatischen Bedingungen sorgen. |
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