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"Ohne"
geht´s gut
Untersuchung zeigt: Spachteln unter Bodenbelägen nicht nötigvon
Götz Blaeßius | |
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Seit der Anteil der Calciumsulfat-Fließestriche am
Gesamtestrichvolumen immer weiter ansteigt, werden auch die Fragen zur
Behandlung solcher Estriche vor der Belegung mit Oberbelägen immer
drängender. Eine wichtige Frage in diesem Zusammenhang blieb bislang
unbeantwortet: Ist eine Spachtelung der
Calciumsulfatestrich-Oberfläche vor Belegung notwendig?
Um diese Frage zu klären, führten Prof. Dr. Ing. Heinz Klopfer und
Dipl. Phys. Anatol Worch am Lehrstuhl für Bauphysik an der Universität
Dortmund eine Reihe von Versuchen zu diesem Thema durch – im Auftrag
der Verbände BDM, IGE und WTM.
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Leitete die Untersu-chung zum Spachteln: Prof. Dr.
Heinz Klopfer (Universität Dortmund).
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Die Wissenschaftler legten insbesondere großen Wert darauf
herauszufinden, wie der Bodenaufbau auf die Aufbringung von wässrigen
Grundierungen/Kleber und Spachtel reagiert. Dabei wurde hauptsächlich
der besonders ungünstige Fall der Belegung mit dampfdichten Belägen
berücksichtigt. |
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| Platten auf die Probe
gestellt Die Prüfungen wurden an Platten der
Größe 0,50 x 0,50 x 0,04m durchgeführt, die nach Erhärtung und
Belegreife mit dampfdichten Belägen versehen wurden. Die Variationen
betreffen zum einen den Fließestrich, jeweils auf der Basis von
natürlichem und synthetischem Anhydrit. Zum anderen das Klebersystem:
wässrige Grundierung und zugehörige Dispersionskleber von zwei
namhaften Herstellern.
Die Lagerungsbedingungen:
a) bei allseitigen Raumluftbedingungen (20 °C, 50 % r.F.)
b) die Simulation einer Fußbodenheizung (unten; 30 °C, oben; 20 °C, 50
% r.F.).
Nach der Trocknung bis zur Ausgleichsfeuchte wurden die Platten von
der Rückseite und seitlich mit einer Epoxidharzbeschichtung
abgedichtet. Anschließend wurde der Bodenbelag wie folgt aufgebracht:
Nach dem Anschleifen der Oberfläche und nach Grundierung wurde die
eine Hälfte mit 2mm Ausgleichsspachtel versehen. Nach 24 Std. wurden
alle Proben einer Serie mit einem PVC-Belag beklebt. Pro Variante sind
jeweils 2 Probeplatten hergestellt worden. |
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Haftzug und Restfeuchte gemessen
Nach einer Woche Lagerung bei den o.g.
Klimabedingungen wurde die Haftzugfestigkeit nach DIN 18 555 geprüft.
Diese Vorgehensweise sollte in Erfahrung bringen, ob eine zementäre
Spachtelschicht für die Haftung dampfdichter Bodenbeläge auf
Calciumsulfatestrichen bei wasserhaltigen Systemen notwendig oder
förderlich ist.
Parallel zu den Haftzugfestigkeitsmessungen wurde die Restfeuchte nach
der CM-Methode bestimmt. Das Probematerial wurde aus verschiedenen
Höhen der Estrichplatte entnommen. Damit sollte abgeklärt werden, ob
die wässrige Grundierung und Kleber eine Anreicherung der Feuchte
unter dem Bodenbelag verursacht. An jeder Probe wurde je einmal die
Feuchte ermittelt. |
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Das Ergebnis: kein Einfluß des Spachtelns
Die bei diesen Versuchen ermittelten Haftzugwerte
erreichen i.M. 0,5 N/mm 2 . Nach einer Untersuchung von Dipl. Ing.
Werner Schnell (IBF, Troisdorf) sind diese Werte ausreichend. Die
erzielten Haftzugwerte machen deutlich, daß weder die Spachtelung noch
die simulierte Fußbodenheizung einen Einfluß auf die Haftzugfestigkeit
haben. |
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Prof. Heinz Klopfer beim
Vortrag auf der Fachgutachtertagung in Nürnberg. |
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Bei den Prüfungen wurde festgestellt, daß der Bruch
fast ausschließlich innerhalb des Dispersionsklebers stattgefunden
hat. Nach einwöchiger Lagerung war die Kleberschicht, mit oder ohne
Spachtelung, feucht und unterhalb der angetrockneten Grenzzone
klebrig.
Bei der Prüfung des Langzeitverhaltens konnte eine geringe Erhöhung
der Haftzugfestigkeit nach 90 Tagen festgestellt werden.
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Bei der Ermittlung der Restfeuchte wurde bei keiner Probe eine
Erhöhung in Belagsnähe festgestellt. Dies war unabhängig von dem
Vorliegen einer Spachtelung oder keiner Spachtelung. Der Wassereintrag
durch wässrige Produkte ist so gering, daß ein Nachweis mittels
CM-Methode nicht möglich ist.
Die Feuchtigkeit der Grundierung trocknet fast vollständig aus. Die
Restfeuchte der Kleberdispersion verweilt lange innerhalb der
Kleberschicht, beeinflußt den Estrich aber nicht. Mit einer Schädigung
des Estrichs ist nicht zu rechnen. Das Fazit: Die Versuche haben
ergeben, daß durch wässrige Grundierungen und Verklebungen keine
Schädigung der Estrichoberfläche zu befürchten ist. Dies bedeutet für
die Praxis, daß Spachtelungen zum Feuchteausgleich bei
Calciumsulfatestrichen nicht erforderlich sind.
Spachtelungen sind nur zum Ausgleich von Höhendifferenzen und
Ungleichmäßigkeiten erforderlich.
Sollten Spachtelungen erforderlich sein, ist auf eine gute
Austrocknung vor der weiteren Bearbeitung zu achten. |
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Dipl.-Ing. Götz Blaeßius, Ebermannsdorf, ist
ö.b.v. Berufssachverständiger für Estriche bei der Industrie- und
Handelskammer Regensburg |
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