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Schnell und stabil
Wissenschaftlich erwiesen:
Hohe Raumstabilität von Calciumsulfatestrichen
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Schwerwiegende Vorwürfe
Wenn Fliesenbeläge abplatzen, Ränder schüsseln oder Heizschlangen
schadhaft werden, zieht man in der Regel den Estrichleger zur
Verantwortung. Besonders Fließestriche aus Calciumsulfat waren in der
Vergangenheit öfter in die Diskussion geraten. Ursächlich für die
Schäden an Oberbelägen und Fußbodenheizungen, hieß es, seien
Volumenänderungen während des Trocknungsprozesses und danach. Genaue
Beweise für die schwerwiegenden Vorwürfe gab es jedoch nie. Im
Gegenteil: Wissenschaftliche Untersuchungen haben jetzt diese
Behauptung widerlegt. |
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Der Autor der ersten
vergleichenden
Studie zum Schwindverhalten:
Prof. Dr. Peter Schießl, Leiter des Instituts
für Bauforschung (ibac)
an der RWTH
Aachen.
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Erste vergleichende Studie
Die Fachpresse meldete bereits den „Freispruch aus dem Labor". Ort der
Untersuchung: das Institut für Bauforschung (ibac) der RWTH Aachen.
Die Baustoffkundler Prof. Dr. Peter Schießl und Dipl.-Ing. Christian
Müller untersuchten das Schwindverhalten mineralischer Baustoffe. In
einer Reihe von Versuchen wurden zum ersten Mal neben Beton,
Zementmörtel, Kalksandstein, Porenbeton und Ziegel auch Estriche auf
der Basis von Calciumsulfat genauer betrachtet. |
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Diese erste vergleichende
Studie kam zu einem klaren Ergebnis: CaIciumsulfat-Fließestriche
weisen eine konstant hohe Volumenstabilität auf, unabhängig von
klimatischen Umgebungsbedingungen. |
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Keine chemischen Prozesse
Im Gegensatz zu
anderen Baustoffen wird das Schwinden und Quellen von Estrichen aus
Calciumsulfat ausschließlich durch Feuchteänderungen verursacht -
durch rein physikalische Vorgänge. „Chemische Prozesse wie zum
Beispiel die Karbonatisierung bei zementgebundenem Mörtel treten bei
Calciumsulfat erst gar nicht auf." so Prof. Schießl in seinem Resümee.
Gerade die Überlagerung von solchen chemischen Prozessen und dem
physikalischen Austrocknen zieht aber bei herkömmlichen
Zementestrichen nach sich, dass relativ große Volumenänderungen aus
völlig unterschiedlichen Gründen auftreten können. |
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Große Poren - geringes
Schwinden |
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Mineralische Baustoffe
nehmen die Feuchtigkeit ausschließlich über die Poren auf und geben
sie auf dem gleichen Weg wieder ab. Die Struktur der Poren, ihre
Anzahl und der Feuchtigkeitsgehalt üben daher einen wichtigen Einfluss
auf das Trocknungsverhalten aus. Die Studie ergab: Estriche aus
Calciumsulfat weisen eine geringe Gesamtporosität und eine grobe
Porenstruktur auf. |
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Porengrößenverteilung mineralischer Baustoffe

Deutlich erkennbar: die unterschiedlichen Porengrößen bei Beton und
die kleinen Gelporen. Quelle: ibac, Aachen
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Durch die größeren
Kapillarporen kann die Feuchtigkeit besser entweichen. Im Gegensatz zu
Zementmörtel treten vor allem keine „Gelporen" auf, welche die
Feuchtigkeit besonders lange halten. Estriche auf der Basis
Calciumsulfat verfügen damit über eine sehr günstige Struktur, die sie
zügig austrocknen lässt. Die großen Kapillarporen halten nur wenig
Feuchtigkeit zurück. |
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Schneller trocken
Im Zement hingegen halten die kleineren Gelporen die Feuchtigkeit
stärker zurück. Das führt bei der Austrocknung zu einer hohen
Gleichgewichtsfeuchte. Gleichzeitig ziehen Feuchteänderungen in feinen
Poren größere Schwindverformungen nach sich. Die Kapillarporen in
Calciumsulfat-Estrichen trocknen im Vergleich dazu wesentlich
schneller aus - ohne deutliche Schwindverformungen. Wie die
Untersuchung zeigte, haben Estriche auf Basis Calciumsulfat eine
ungefähr 15-fach geringere Gleichgewichtsfeuchte als Beton oder
Zementmörtel. In der Praxis heißt das: Sie sind mindestens genauso
schnell belegreif wie Zementestriche. Zwar sind Zementestriche bei
höheren Feuchtewerten belegreif. Maßgebend für die
Austrocknungsgeschwindigkeit ist aber auch, wie schnell der
Feuchtigkeitsgehalt sinkt, zumal dann, wenn die Umgebung feucht ist. |
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Schwindversuche: Note „sehr
gut" |
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Die Aachener
Wissenschaftler führten unterschiedliche Schwindversuche nach DIN
durch. So wurde zum Beispiel das Verhalten von Prüfkörpern gemessen,
die nach allen Seiten austrocknen können. In Ergänzung dazu ein
praxisnaher Versuchsaufbau in Schwindrinnen: dabei konnten die
Prüfkörper nur nach oben austrocknen. Die Prüfkörper aus Calciumsulfat
bestanden den Schwindtest mit der Note „Sehr gut". Sie kamen auf
Endschwindwerte von lediglich 0,17 mm/m. |
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Praxisnaher Versuch: Estrich-Prüfkörper in Schwindrinnen
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Für zementgebundene
Baustoffe hingegen errechneten die Aachener Wissenschaftler Werte bis
2,5 mm/m - ungefähr das 15fache. Dabei überlagern sich
Trockenschwinden und chemisches Schwinden, und zahlreiche Faktoren wie
Zementanteil, Umgebungsbedingungen, Bauteildicke etc. üben
entscheidende Einflüsse aus. Das Schwinden bei zementgebundenen
Baustoffen, das zeigten alle Versuchsreihen, erwies sich damit als ein
ausgesprochen komplexer Vorgang. |
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Sorptionsisothermen mineralischer
Baustoffe

CaIciumsulfat-Estriche
(hier ein 01-Halbhydrat-Estrich) haben eine 15fach geringere
Gleichgewichtsfeuchte als Beton oder Zementmörtel.
Quelle: ibac, Aachen
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„Schüsseln" ist out
Die Studie kommt zu dem Schluss: Nach dem Abbinden sind Estriche aus
Calciumsulfat durch geringes Trockenschwinden weitgehend raumstabil.
Bei geeigneter Konstruktion kann der Estrich großflächig fugenlos
verlegt werden, ausgenommen über Bauwerksfugen. Geeignete
Konstruktionen sind alle Estriche auf Dämmschicht, die nicht beheizt
sind und die weiche Beläge erhalten oder beschichtet werden. |
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Bei Konstruktionen, in
denen erhöhte Temperaturen auftreten, kann der Einbau von Fugen aus
Gründen der Umgebungsbedingungen notwendig werden. Ein weiterer
Vorteil: Das „Schüsseln" der Estrichränder oder -ecken, wie man es von
trocknenden Zementestrichen her kennt, tritt bei Estrichen aus
Calciumsulfat nicht auf. Abrisse von ausgespritzten Randfugen oder
nachträgliche Absenkungen zu Nachbarflächen gibt es bei
Calciumsulfat-Estrichen praktisch nicht. |
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Praxisvorteile
Auf die Erkenntnisse der Wissenschaftler kann sich auch der
Verarbeiter verlassen: CaIciumsulfat-Fließestrich ist schnell und
raumstabil. Seine hohe Raumstabilität, macht auch großflächig
fugenlose Verlegungen möglich, geeignete Konstruktionen vorausgesetzt.
Im Gegensatz zu Zementestrich „schüsselt" er nicht. Und er ist schnell
belegreif. Seine stofflichen Vorteile kommen also in der Praxis dem
zugute, der mit ihm täglich umgeht - dem Estrichleger. |
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