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Weniger „Schwindsucht"
Prof. Dr.
Peter Schießl,
Institut für Bauforschung, RWTH Aachen,
im Gespräch mit dem „Calciumbo"
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Calciumbo: Herr Prof. Schießt, Sie haben die erste vergleichende
Studie zum Schwindverhalten von Caiciumsuifat-Fließestrich
durchgeführt. Mit welchem Ergebnis?
Schießl: Das Schwinden und Quellen von Estrichen aus
Calciumsulfat wird im Gegensatz zu anderen Baustoffen ausschließlich
durch Feuchteänderungen verursacht, also durch rein physikalische
Vorgänge. Außerdem weisen Calciumsulfatestriche eine völlig andere
Porenstruktur als z.B. zementgebundene Baustoffe auf. |
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Calciumbo: Was bedeutet das für die Raumstabilität?
Schießl: Bei herkömmlichen Zementestrichen kann die
Austrocknung sehr feiner Poren zu Schwindvorgängen mit zum Teil
erheblichen Volumenänderungen führen. Im Vergleich dazu sind
CaIciumsulfat-Fließestriche weitestgehend raumstabil. |
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Keine chemischen Prozesse
Im Gegensatz zu
anderen Baustoffen wird das Schwinden und Quellen von Estrichen aus
Calciumsulfat ausschließlich durch Feuchteänderungen verursacht -
durch rein physikalische Vorgänge. „Chemische Prozesse wie zum
Beispiel die Karbonatisierung bei zementgebundenem Mörtel treten bei
Calciumsulfat erst gar nicht auf." so Prof. Schießl in seinem
Resümee. Gerade die Überlagerung von solchen chemischen Prozessen
und dem physikalischen Austrocknen zieht aber bei herkömmlichen
Zementestrichen nach sich, dass relativ große Volumenänderungen aus
völlig unterschiedlichen Gründen auftreten können. |
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Calciumbo: Was
ist die Ursache dafür?
Schießl: Die relativ grobe Porenstruktur der
Calciumsulfatestriche. Während bei Beton oder Zementmörtel der
überwiegende Anteil der Poren eine typische, feine Gelporenstruktur
darstellt, überwiegt bei Calciumsulfatestrich der Anteil der
größeren Kapillarporen. |
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Calciumbo: Welche
Auswirkungen hat das?
Schießl: Die kleineren Gelporen im Zementmörtel halten die
Feuchtigkeit stärker zurück. Das führt bei der Austrocknung zu einer
hohen Gleichgewichtsfeuchte. Gleichzeitig ziehen Feuchteänderungen
in feinen Poren größere Schwindverformungen nach sich. Im Gegensatz
dazu trocknen die Kapillarporen in Caldumsulfat-Estrichen wesentlich
schneller aus, ohne deutliche Schwindverformungen. Und es stellen
sich gleichzeitig sehr niedrige Gleichgewichtsfeuchten ein. Deshalb
ist Fließestrich auf der Basis Caiciumsulfat zum Beispiel auch als
Heizestrich „wärmstens" zu empfehlen. |
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Prof. Dr. Peter Schießl,
Institut für Bauforschung, RWTH Aachen |
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